Mit der in Jerewan/Armenien geborenen und aufgewachsenen Violinistin Lilit Tonoyan verbinden sich zwei Musikkulturen auf besondere Weise: Geprägt durch die vielseitige traditionelle Musik ihrer Heimat beschäftigt sich die Künstlerin seit ihrem Studium des abendländischen Musikkanons in Deutschland intensiv mit armenischer Vokal- und Instrumentalmusik. So gründete sie 2008 das Cologne World Jazz Ensemble, welches hauptsächlich traditionelle armenische Musik mit Jazz und Improvisation verbindet. Mit der Band gewann sie 2012 einen Sonderpreis beim Citroën-Musikwettbewerb und war 2013 Finalistin bei Creole NRW. Mit ihrer neu gegründeten Band WeltenBaum spielt sie Weltmusik, Improvisation und Jazz für Kinder.
Seit 2015 beschäftigt sich Lilit Tonoyan intensiv mit der Sakralmusik Armeniens. Da es bisher kaum instrumentale Fassungen dieser Werke gibt, hat sie sich der Aufgabe gewidmet, ausgewählte Sakralgesänge des frühen Mittelalters für Violine, teilweise im Duo mit Violoncello, zu arrangieren. Seit Anfang 2017 wirkt der Cellist Davit Melkonyan im Projekt mit. In Gegenüberstellung zu ausgewählten Sätzen von Johann Sebastian Bach haben beide Musiker diese Arrangements für das Label Kaleidos unter dem Titel Amen Hayr Surb eingespielt. Die Aufnahme erschien im Frühjahr 2018 und wurde mehrfach von der Presse hochgelobt.
Aktuell absolviert Lilit Tonoyan einen Master Studiengang der Historischen Instrumente im Fach Barockvioline beim Prof. Richard Gwilt an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Lilit Tonoyan kam 2007 mit einem Stipendium des DAAD aus Armenien nach Deutschland und studierte an der Hochschule für Musik und Tanz Köln in den Klassen von Prof. Ingeborg Scheerer und Prof. Albrecht Winter; dort machte sie 2012 ihren Master-Abschluss. Entscheidende Impulse erhielt sie außerdem von den Professoren Anthony Spiri (Kammermusik), Dirk Mommertz (Kammermusik), Richard Gwilt (Alte Musik) und David Smeyers (Neue Musik).
Tonoyan gewann etliche Auszeichnungen bei Wettbewerben, so z.B. beim Khachaturyan-Wettbewerb in Armenien und beim Internationalen Violinwettbewerb Henri Marteau. Sie war Stipendiatin der Wagner-Stiftung, der Günther-Wand-Stiftung und aktuell der Deutschen Kammerakademie Neuss. Im Jahr 2015 erspielte sich die Violinistin mit ihrem Arrangement eines armenischen Sakralgesangs (Ter voghormea) sowie ihrer Interpretation einer Bach-Sonate den Kunstförderpreis der Stadt Neuss.